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<< Gesundheit  > Indikationen B

  1. Babynahrung
  2. Babypflege
  3. Badezusätze
  4. Begleittherapie bei Asthma
  5. Beruhigungsmittel
  6. Blähungen
  7. Blasenschwäche
  8. Bluthochdruck
  9. Blutdruckmessgeräte
  10. Blutzucker
  11. Blutzuckermessgeräte

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1. Babynahrung
Es gibt in unserer Generation "frischgebackener Eltern" wohl kaum Jemanden ohne Allergiekontakt. Entweder leidet Mann/Frau selbst oder unsere  Geschwister oder Eltern können von einer Reihe Allergien und Unverträglichkeiten berichten. Diese Leidensgeschichten und Tatsachen möchte man seinem Baby natürlich ersparen. Es gibt mehrere Dinge die  zur Allergieprophylaxe beitragen können. Die Ernährung ihres Kindes spielt eine enorme Rolle für seine körperliche, aber auch für seine geistige Entwicklung. Eltern sollten also genau darüber Bescheid wissen, was ihr Kind essen darf. Im ersten Lebensjahr ist die Baby Ernährung in verschiedene Abschnitte nach Monaten aufgeteilt. Nach dem Stillen erfolgt die Umstellung auf Beikost und ggf. Spezialnahrung für Kinder mit Allergien.

Unterschiedliche Nahrungen:

  • Frühgeborenen Nahrung
  • Anfangsmilch
  • Folgemilch
  • Hypoallergene Nahrung
  • Anti Reflux Nahrung
  • Milchbreie
  • Joghurt- Milchbreie
  • Prebiotische Nahrung
  • Kräutertees
  • Bio-Säuglingsnahrung auf Ziegenmilchbasis
  • Vollkorn-Breie

2. Babypflege
Allergenarme, dermatologisch getestete Pflegeprodukte mit besonders schonenden, natürlichen Wirkstoffen sind für die Babypflege besonders gut geeignet. Dabei können essentielle Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen die Entwicklung des Schutzmechanismusses der Haut unterstützen. Für den Aufenthalt bei Kälte im Freien gibt es Cremes ohne Wasseranteile. Gegen eine Haut, die schuppt und juckt, kann Mandelöl aus der Apotheke helfen.

Natürliche Wirkstoffe:

  • Mit Kamille und Panthenol angereicherte Cremes bilden einen Film, der die Haut atmen lässt - aber Kälte abhält;
  • Kamillezusätze wirken reizlindernd und entzündungshemmend. Bienenwachs macht die Haut weich und geschmeidig;
  • Lindenblütenextrakte beruhigen;
  • Rosmarin regt die Durchblutung an;
  • Ringelblumenextrakt hilft angegriffener und empfindlicher Haut und kann Entzündungen vorbeugen;
  • Öle aus der Jojoba-Nuss wirken feuchtigkeitsbewahrend und unterstützen natürliche Hautfunktionen.

3. Badezusätze
Kräuterbäder sind gesund und steigern die Vitalität. Sie werden grundsätzlich im warmen Bad, etwa ab 33° C, als Teil- oder Vollbad durchgeführt. Auch ansteigende Bäder sind möglich. Beruhigungsbäder werden immer 2-3° C unter der normalen Badetemperatur verabreicht. Die Dauer eines Bades sollte 5 Minuten nicht unter- und 20 Minuten nicht überschreiten. Während des Bades sollte jemand in der Nähe sein, um bei unerwarteten Zwischenfällen wie Kreislaufschwäche sofort helfen zu können.
Folgende Heilpflanzen sind als Badezusätze besonders zu empfehlen. Die Dosisangaben sind immer auf ein Vollbad bezogen:

Ackerschachtelhalm
oder Zinnkraut:
(sehr kieselsäurehaltig)
150 g Kraut auf 5 Liter Wasser als Aufguss, etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann durchseihen und den Absud ins Badewasser geben.
Badetemperatur: 36-39° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: Senk- und Plattfußbeschwerden; wirkt auf den Stoffwechsel der Haut, des Unterhautzellgewebes und der Bänder und Sehnen, deshalb bei Prellungen, Zerrungen, Frakturen; anwendbar bei Gicht, rheumatischen Erkrankungen, chronischen Hautkrankheiten, Fisteln. (c)

Augentrost:
als Augenbad (nicht für Säuglinge und Kinder unter 12 Jahren!)
Die Pflanze wird gepresst und der Saft verdünnt (1 Tr. auf 20 Tr. abgekochtes Wasser) in die Augenbadewanne geben, die Augen darin baden. Als Badetee werden 2 Teelöffel der Droge auf ein Liter Wasser gegeben und abgekocht. Der Absud wird dann in eine Augenbadewanne gegeben und die Augen gebadet, oder mit einer Pipette stündlich in die Augen geträufelt.
Indikation: bei Überanstrengung der Augen, Brennen und Druckgefühl in den Augen. Bei einfachem Katarrh der Bindehaut.

Baldrian:
100 g Wurzeln auf ein Liter Wasser kochen (oder fertige Tinktur verwenden),
Badetemperatur: 33-36°C
Badedauer: ca. 15 Minuten
Indikation: Nervosität, zur vegetativen Umstimmung

Beinwell:
100 g zerschnittene, getrocknete Wurzelteile in eineinhalb Liter kalten Wassers etwa drei Stunden im warmen Raum ziehen lassen, dann kurz auf dem Herd aufwallen lassen. Zugedeckt etwa 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und ins Bad geben.
Badetemperatur: 35-38° C
Badedauer: 15-20 Minuten
Indikation: wundheilend, entzündungshemmend (durch das Allantoin in der Wurzel)

Brennessel:
Einen Zehn-Liter-Eimer mit nichtsamenden Brennesseln füllen. Den Inhalt des Eimers in die Badewanne geben und soviel kaltes Wasser zugeben, wie zur Bedeckung des Krautes erforderlich ist. Etwa acht Stunden kalt ziehen lassen, dann Badewasser zugeben. Nach dem Bad nicht abtrocknen, sondern in ein Leintuch hüllen und nachruhen.
Badetemperatur: 36-38°
Badedauer: 15-20 Minuten
Indikation: bei Durchblutungsstörungen, Rekonvaleszenz, Ischias, Lumbago, Brachialgie, Wirbelsäulensyndrome

Eichenrinde:
(Fertigprodukt-Extrakt z.B. Fa. Schupp)
Ein Kilo der Rinde in zwei Liter Wasser abkochen, durchseihen und dem Badewasser zugeben.
Badetemperatur: 37-38° C
Badedauer: bis zehn Minuten
Indikation: Cellulitis, zur Gewebestraffung, Hämorrhoiden und nässende Hauterkrankungen.

Fichtennadeln:
(Fertigprodukte, z.B. Firmen Schupp oder Spitzner)
1 kg Nadeln und Zapfen zerkleinert in fünf Liter Wasser aufwallen und ziehen lassen, abseihen und den Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 36-37° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: rheumatische Beschwerden, Erkältung, zur Hautdurchblutung, bei Streß, Leistungs- und Konzentrationsstörungen

Haferstroh:
Ein großes zerkleinertes Büschel im Wasserbottich erhitzen, eine halbe Stunde ziehen lassen, durchseihen und den Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 36-38° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: Abgeschlagenheit, Rheuma, verschiedene Hautleiden

Heublumen:
(Fertigprodukte der Firmen Schupp oder Spitzner)
500 g in fünf Liter heißen Wassers ziehen lassen, abseihen, Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 37-38° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: bei rheumatischen Beschwerden, muskulären Verspannungen, Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen
Hopfen:
500 g Hopfenkraut mit Hopfenblüten in fünf Liter Wasser aufwallen lassen, ca. 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und den Absud ins Badewasser eingeben.
Badetemperatur: 35-37° C
Badedauer: etwa 20 Minuten
Indikation: vegetative Störungen, Schlafstörungen, Wetterfühligkeit

Jodbad:
(Fertigprodukt z.B. Leukona Jod-Bad)
Badetemperatur: 34-37° C
Badedauer: bis 15 Minuten
Indikation: Gicht, Gelenkerkrankungen, zur Erweichung narbigen Gewebes, rheumatische, entzündliche und degenerative Gelenkergüsse
Kalmus:
Drei Esslöffel Wurzeln in einem Liter Wasser abkochen, abseihen, Absud ins Wasser geben.
Badetemperatur: 37-39° C
Badedauer: 15 bis 20 Minuten
Indikation: bei Erschöpfung, wirkt stoffwechselanregend

Kamille:
(Fertigprodukt z.B. Fa. Ritsert)
100 g Blüten mit einem Liter Wasser überbrühen, ziehen lassen und den Absud in das Badewasser geben.
Badetemperatur: 35-38° C
Badedauer: 10-20 Minuten
Indikation: krampflindernd und entzündungshemmend, vegetative Störungen, insbesondere bei »Schreikindern«, Hautleiden, entzündete Hämorrhoiden, Erkältungen, Erschöpfung

Lavendel:
Auf ein Liter heißen Wassers 100 g Blüten ziehen lassen, Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: ca 37° C
Badedauer: bis 15 Minuten
Indikation: Erschöpfung, Unruhe, Nervosität, Insektenbefall

Melisse:
Mit einem Liter Wasser 100 g Blätter überbrühen, ziehen lassen und den Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 35-37° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: Nervosität, vegetative Störungen, Abgeschlagenheit

Milchserum Bad:
(Fertigprodukt z.B. der Edelweiss Milchwerke)
Badetemperatur: 35-38° C
Badedauer: ca. 10-20 Minuten
Indikation: vor allem als Teil- und Kinderbad, bei älteren Patienten mit empfindlicher, geschädigter Haut

Moorbad:
(Fertigprodukt z.B. Moorbad Neidharding)
Badetemperatur: bis 40° C möglich
Badedauer: bis 15 Minuten
Indikation: Adnexitis, Arthritis, Arthrosen, Wirbelsäulenerkrankungen, muskuläre Verspannungen, Rheuma, Frauenleiden, Gicht, Prostatitis, Hauterkrankungen, Psoriasis.

Rosmarin:
(Fertigprodukte der Firmen Schupp oder Spitzner)
50 g Blätter in einem halben Liter heißen Wassers ziehen lassen, Absud ins Bad geben
Badetemperatur: 37-39° C
Badedauer: bis 15 Minuten
Indikation: Herz-Kreislaufstörungen, Rheuma, wirkt durchblutungsfördernd. Rosmarinbad nicht abends durchführen, es wirkt anregend!

Roßkastanien:
Im Frühjahr Blüten und Blätter sammeln; 200 g auf einen Liter Wasser aufgießen, ziehen lassen, Absud ins Badewasser. Im Herbst etwa 100 g der reifen Roßkastanien halbieren, aufkochen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 37-39° C; bei venösen Erkrankungen bis 34° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: Venenleiden, Cellulitis, Bindegewebsschwäche, Hämorrhoiden

Schafgarbe:
100 g Blüten und Kraut mit einem Liter Wasser überbrühen, ziehen lassen und den Absud ins Badewasser geben.
Badetemperatur: 35-38° C
Badedauer: 10-20 Minuten
Indikation: vegetative Störungen, krampflindernd und entzündungshemmend, Hautleiden, Hämorrhoiden, Erkältungen, Erschöpfung. Als Sitzbad bei Frauenleiden.

Senfmehl:
Fünf Esslöffel Senfmehl auf ein 200-Liter-Bad geben. Vorsicht: nicht aufstauben lassen, reizt die Schleimhäute, besonders augengefährlich!
Badetemperatur: 37-39° C
Badedauer: 8-10 Minuten
Indikation: schlechte Hautdurchblutung, rheumatische Beschwerden, muskuläre Verspannungen.

Tausendgüldenkraut:
Drei Esslöffel des Krautes in einem Liter kalten Wassers zwölf Stunden ziehen lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben.
Badetemperatur: 36-38° C
Badedauer: 10-20 Minuten
Indikation: unreine Haut, Übermüdung

Thymian:
100 g Kraut in einem Liter heißen Wassers ziehen lassen, Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 37-39° C
Badedauer: 15-20 Minuten
Indikation: rheumatische Beschwerden, Erkältungen, Husten, Koliken

Wacholder:
100 g Beeren in einem Liter Wasser abkochen, ziehen lassen, Absud ins Bad geben.
Badetemperatur: 35-38° C
Badedauer: bis 15 Minuten
Indikation: rheumatische Erkrankungen, Ischias, Lumbago, Brachialgie, wirkt stoffwechselanregend

Weizenkleie:
500 g Weizenkleie locker in ein Leinensäckchen füllen, mit etwa zwei Liter kochenden Wassers übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, dann alles ins Badewasser geben.
Badetemperatur: 34-38° C
Badedauer: bis 20 Minuten
Indikation: Hauterkrankungen (vor allem akute), Seifeüberempfindlichkeit, Flechten, Psoriasis, empfindliche und wunde Haut, Sonnenbrand, Hautverbrennungen.

4. Begleittherapie bei Asthma
Übersicht über rezeptfreie Wirkstoffe, die bei dem Anwendungsgebiet "Asthma" zum Einsatz kommen können:

  • Ambroxol - Schleim lösend, Halsschmerzen lindernd
  • Cromoglicinsäure – Linderung von allergischen Reaktionen, Vorbeugung von allergischen Reaktionen der Verdauungsorgane, Vorbeugung von allergischen Hauterkrankungen,Langzeitbehandlung bei asthmatischen Beschwerden, Linderung allergisch bedingter chronischer Augenreizungen, Linderung allergischen Schnupfens, Vorbeugung asthmatischer Beschwerden, Milderung von Nahrungsmittelallergien.
  • Acetylcystein - Abhusten von Schleim erleichtern.
  • Pestwurzel – Linderung leichter Schmerzen, Spannungskopfschmerzen, Migräne,
  • Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Asthmabeschwerden, krampflösend.
  • Bromhexin – schleimlösend.

5. Beruhigungsmittel
Der Schlaf ist für den Körper eine immer wiederkehrende Erholungsphase. Schlafstörungen liegen dann vor, wenn die Schlafperioden erheblich gestört werden. Allgemein wird zwischen Einschlaf- und Durchschlafstörungen unterschieden. Besonders bei Einschlafstörungen sind es häufig äußere Einflüsse, die nicht schlafen lassen, wie Licht und Lärm. Sollten diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, empfiehlt als erste medikamentöse Maßnahme die Einnahme pflanzlicher Schlafmittel, die meist Baldrian oder Hopfen enthalten. Diese pflanzlichen Schlafmittel haben den Vorteil, dass sie die Schlafphasen nicht beeinflussen.

6. Blähungen
Gegen Blähungen werden neben Heilpflanzen unter anderem Entschäumer angewendet sowie Medikamente, die die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts beschleunigen, entkrampfen oder aber gegen Entzündungen wirken.

Wirkstoffe sind beispielsweise:

  • Dimeticon
  • Simeticon
  • Metoclopramid
  • Bromoprid
  • Domperidon
  • Butylscopolaminiumbromid
  • Kolibakterien (Escherichia coli)
  • Milchsäurebakterien (Lactobacillus)
  • Medizinische Hefe
  • Pankreas Pulver
  • Magenschleimhautextrakte vom Schwein
  • Papain

Gängige entkrampfende Heilpflanzen:

  • Anis
  • Baldrian
  • Fenchel
  • Gewürznelken
  • Ingwer
  • Kamillenblüten
  • Kardamomen
  • Kümmel
  • Lavendel
  • Melissenblätter
  • Pfefferminzblätter
  • Rosmarin
  • Sternanis
  • Wacholderbeeren
  • Wermutkraut
  • Zimt

7. Blasenschwäche
Blasenschwäche ist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch eine große psychische Belastung. Schamgefühle hindern daher viele Betroffene, sich rechtzeitig einem Arzt anzuvertrauen. Sie verschweigen ihr Leiden so lange wie möglich und ziehen es vor, auf eigene Rechnung Vorlagen und Windeln zu kaufen. Wer den Gang zum Arzt meidet, muss viele Nachteile in Kauf nehmen: Verzicht auf Diagnose und Therapie, Angst vor peinlichen Gerüchen und zahlreiche Einschränkungen im Alltag. Eine fehlende Diagnose belastet zudem das Portemonnaie, da alle Hygieneartikel auf eigene Rechnung gekauft werden müssen. Parallel zum Blasentraining gehört die medikamentöse Behandlung zur Standardtherapie bei Dranginkontinenz. Die Medikamente sorgen für eine Entspannung der Blasenmuskulatur. Durch den verringerten Druck lässt der starke Harndrang nach und die Blase kann wieder mehr Urin speichern. Die Wirksamkeit dieser Anticholinergika ist wissenschaftlich belegt.

Operative Verfahren: Wenn Blasensteine, eine vergrößerte Prostata, Tumore oder Blasenfisteln die Inkontinenz ausgelöst haben, müssen diese Hindernisse operativ entfernt werden. In allen anderen Fällen kommt eine Operation nur dann in Betracht, wenn konventionelle und medikamentöse Behandlungsmethoden fehlgeschlagen sind und eine gesicherte Diagnose vorliegt. Bei schwerer Belastungsinkontinenz besteht die Möglichkeit, das Bindegewebe des Beckenbodens zu straffen, wobei dieser Eingriff nach ein paar Jahren eventuell wiederholt werden muss. Ist ein Absenken der Blasenorgane für die Inkontinenz verantwortlich, können Blase und Harnröhre angehoben werden, um die ursprüngliche Lage wiederherzustellen. Bei einer Harnröhrenunterspritzung werden Kunststoffe oder Bindegewebssubstanzen um die Harnröhre im Bereich des Blasenhalses gespritzt. Dieser zusätzliche Druck verbessert die Verschlussfähigkeit der Blase. Die TVT-Operation (Tension-free Vaginal Tape) lässt sich sogar bei örtlicher Betäubung vornehmen. Um den Druck in der Harnröhre zu erhöhen, können Blasenhals und Harnröhre auch mit Schlingen im Bauchraum befestigt werden.

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.
Friedrich-Ebert-Straße 124, 34119 Kassel
Telefon 0561/780604, www.kontinenz-gesellschaft.de

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.
Kampstraße 7, 30629 Hannover
Telefon 0511/581584, www.dggeriatrie.de

8. Bluthochdruck
Da mehrere Organe an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt sind, existieren auch unterschiedliche Möglichkeiten und Medikamente den Blutdruck zu senken. Das Ziel einer Therapie des erhöhten Blutdruckes ist es, den Druck zu senken und somit Organschäden zu vermeiden. Der Druck sollte schonend systolisch unter 140 mmHg und diastolisch unter 90 mm Hg gesenkt werden. Bei einem zu hohem Cholesterinspiegel sollte vorhandenes Übergewicht reduziert und das Normalgewicht angestrebt werden.
Eine Studie zur Senkung des Bluthochdruckes, die sogenannte DASH-Studie (Dietary Approaches to Stop Hypertension, 1997) hat gezeigt, dass eine obst- und gemüsereiche sowie fettarme Ernährung, den Blutdruck senken kann. Die Kombination aus einer Magnesium-, Kalium-, Kalzium-, Ballaststoff- und Vitamin-C-reichen Kost scheint einen positiven Einfluss auf den Blutdruck auszuüben.
Regelmäßiger Verzehr von Makrele, Lachs, Hering oder Thunfisch. Diese enthalten Omega-3-Fettsäuren, die den Triglyceridspiegel senken. Fischölpräparate können eingenommen werden, wenn ein regelmäßiger Fischverzehr nicht zur realisieren ist. Besonders cholesterinreiche Lebensmittel wie Eier oder Innereien sollten möglichst vermieden werden.
Mehrfach und einfach ungesättigte Fettsäuren senken den Cholesterinspiegel. Pflanzliche Fette enthalten diese Fettsäuren und kein Cholesterin. Insbesondere Raps- und Olivenöl sind aufgrund ihrer hervorragenden Fettsäurezusammensetzung für die lipidsenkende Kost geeignet. Ideal ist, wenn die Hälfte der Gesamtfettzufuhr in Form einfach ungesättigter Fettsäuren und ein Viertel als mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufgenommen werden.

9. Blutdruckmessgeräte
In vielen Fällen macht es Sinn, den Blutdruck zu Hause selbst zu messen und die Werte in einem Blutdruckprotokoll zu notieren. Es gibt eigens für Patienten entwickelte Geräte. Die Werte werden am Ober- oder Unterarm gemessen, das Gerät zeigt sie automatisch an. Lassen Sie sich bei der Auswahl des richtigen Gerätes beraten. Achten Sie darauf, dass sich die Manschette bequem anbringen lässt, der Blutdruckwert von der Anzeige problemlos ablesbar ist und sich die Batterien einfach austauschen lassen. Geräte, die den Blutdruck am Finger messen, sind nicht geeignet. Ihre Messergebnisse hängen zu sehr von der Durchblutung des Fingers ab. Bei der Selbstkontrolle können sich einige Fehler einschleichen. Deshalb bieten manche Ärzte oder Apotheken Schulungen zur Blutdruckselbstkontrolle an. Folgende Regeln sollten Sie beachten, damit es keine falschen Werte gibt: Die Messung sollte nach drei- bis fünfminütiger Ruhe in einem ruhigen Raum erfolgen, weil jede Anstrengung und Aufregung den Blutdruck kurzfristig in die Höhe schnellen lässt. Falls Sie Tabletten gegen hohen Blutdruck einnehmen: Messen Sie den Blutdruck morgens vor der Tabletteneinnahme. Hohe Morgenwerte sind besonders gefährlich und manchmal müssen die Medikamente angepasst werden.

  • Die Manschette sollte auf Herzhöhe sein. Bei Handgelenksmanschetten also nicht am hängenden Arm messen.
  • Die Luft aus der Manschette langsam ablassen
  • Nicht von einzelnen hohen Werten aus der Ruhe bringen lassen und ständig nachmessen. Das erzeugt Stress und die Werte steigen noch weiter. Ist der Blutdruckwert zu hoch, mindestens eine Minute warten und dann erst nachmessen.
  • Es gibt unterschiedliche Manschettenbreiten. Um genaue Messungen zu bekommen, muss die Manschettenbreite an den Armumfang angepasst sein.
  • Blutdruckmessgeräte müssen regelmäßig gewartet werden. Auf jedem Gerät ist ein Aufkleber, wann der nächste TÜV fällig ist.
    Quelle: Dr. med. Peter Borlinghaus, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

10. Blutzucker
Beim Diabetes mellitus werden hauptsächlich zwei Typen unterschieden. Der Typ-1-Diabetes beruht auf einem Mangel an Insulin infolge einer Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen. Beim Typ-2-Diabetes wird zwar Insulin produziert aber unter Umständen nicht schnell genug und nicht in ausreichender Menge oder es kann aufgrund eines Rezeptordefektes nicht wirken.

Typ-1-Diabetes
Etwa 5 Prozent aller Diabetiker leiden am Typ-1-Diabetes. Diese Form des Diabetes mellitus tritt meistens vor dem 35. Lebensjahr auf; am höchsten ist die Neuerkrankungsrate bei 11- bis 13-jährigen Kindern. Daher wurde diese Form des Diabetes früher auch als juveniler oder jugendlicher Diabetes bezeichnet. Es liegt ein absoluter Insulin-Mangel aufgrund einer Zerstörung der insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse vor. Eine erbliche Veranlagung kombiniert mit äußeren Faktoren wie z. B. bestimmten Virusinfektionen sowie einer Störung im Immunsystem sind die Ursachen. Das Immunsystem richtet sich gegen die insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die dadurch nach einiger Zeit die Insulinproduktion einstellen, was letztendlich zu einem absoluten Insulinmangel führt. Das fehlende körpereigene Insulin muss durch Insulinspritzen ersetzt werden. Ein unbehandelter Typ-1-Diabetes führt zum diabetischen Koma und zum Tod.

Typ-2-Diabetes
Über 90 Prozent aller Diabetiker leiden am Typ-2-Diabetes. Dieser tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf, die frühere Bezeichnung war deshalb auch Erwachsenen- oder Altersdiabetes. Die Anlage zum Typ-2-Diabetes wird vererbt, doch nicht jeder mit dieser Erbanlage muss auch Diabetes bekommen. Übergewicht und Bewegungsmangel sind die wichtigsten Auslöser. Der Typ-2-Diabetes entsteht langsam und wird oft nur zufällig entdeckt, da die Krankheitsanzeichen häufig nur schwach ausgeprägt sind. Gekennzeichnet ist ein Typ-2-Diabetes durch einen sogenannten relativen Insulinmangel. Auslöser ist fast immer ein Zuviel an aufgenommenen Kalorien und ein Zuwenig an Bewegung. Durch die Überernährung ergibt sich ein ständig erhöhter Insulinspiegel.
Quelle: ABDA

11. Blutzuckermessung
Wichtig ist in jedem Fall, dass jeder Diabetiker seinen Stoffwechsel regelmäßig selbst kontrolliert (z. B. durch Blutzuckermessung oder Harnzucker-Tests). Unbedingt zu empfehlen ist auch eine Teilnahme an einer Diabetikerschulung. Nur wer über seinen Diabetes Bescheid weiß, kann ihn auch bestmöglich beherrschen. Zusätzlich zu den selbst durchgeführten Blutzucker- und Harnzuckertest, müssen Diabetiker sich regelmäßigen ärztlichen Kontrollen unterziehen:

  • Gewichtskontrolle
  • Nüchternblutzuckerkontrolle
  • Harnzucker
  • Überwachung des Blutdruckes
  • Fußinspektion
  • Kontrolle der Blutfettwerte
  • Bestimmung des HbA1c-Wertes
  • Augenärztliche Untersuchung

 

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