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Impfempfehlungen
In Deutschland erarbeitet die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin Impfempfehlungen, die speziell auf die Situation in der Bundesrepublik zugeschnitten sind. Seit 1.1.2001 ist diese Kommission im „Infektionsschutzgesetz“ verankert, und sie wird vom Bundesminister für Gesundheit ernannt. Die STIKO empfiehlt, Kinder so früh wie möglich gegen folgende Krankheiten zu impfen:
Wundstarrkrampf (Tetanus): Wenn Wunden verschmutzt sind, gelangen leicht Wundstarrkrampf-Bakterien in die Blutbahn. Die Folge: Die gesamte Muskulatur verkrampft, was bis zur Lebensgefahr führen kann. Laut STIKO empfiehlt es sich, im dritten Lebensmonat mit der Impfung zu beginnen und diese nach je einem Monat zweimal zu wiederholen. Eine weitere Impfung folgt zwischen dem 12. und 15. Monat und wird nach fünf Jahren aufgefrischt.
Diphtherie: Diese tödliche Halsentzündung ist in Deutschland relativ selten, jedoch ist sie in den osteuropäischen Ländern in den letzten Jahren wieder häufiger aufgetreten. Ärzte empfehlen diese Impfung meist in Kombination mit der Tetanusprophylaxe.
Kinderlähmung (Polio): Obwohl diese Krankheit in Europa so gut wie ausgerottet ist, soll diese Impfung verhindern, dass die Kinderlähmung wieder auftritt. Nach der Empfehlung der STIKO soll diese Impfung im Rahmen der Sechsfachimpfung im dritten Monat erfolgen. Wenn Eltern ihr Kind erst später impfen lassen wollen, gibt es Einzelimpfstoffe oder Präparate für eine Dreifachimpfung in Kombination mit Tetanus und Diphtherie. Diese kann zum Beispiel mit einem Jahr durchgeführt werden.
Keuchhusten: Diese Krankheit ist gekennzeichnet durch schwere, krampfhafte Hustenanfälle. Keuchhusten kann zu Lungenentzündung, Hirnschäden und bei schwerem Verlauf auch zum Tod führen. Sehr junge, nicht geimpfte Kinder haben das größte Risiko für Folgeschäden. Neugeborene und Säuglinge haben statt der Hustenattacken oft einen Atemstillstand (Apnoe) und müssen daher unbedingt in ein Krankenhaus zur Überwachung der Atemfunktion eingewiesen werden. Die STIKO empfiehlt die erste Impfung mit drei Monaten. Um eine Grundimmunisierung zu erreichen, müssen jedoch die Folgeimpfungen im vierten und fünften Monat abgewartet werden.
Hib (Haemophilus influenzae): Diese Bakterien sind Eitererreger, die im Kindesalter Hirnhautentzündung und Kehldeckelentzündung auslösen können. Da Kinder unter 18 Monaten am meisten gefährdet sind, rät die STIKO zu einer Frühimpfung und empfiehlt die Hib-Impfung im Rahmen einer Sechsfachimpfung (mit Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Hepatititis B und Polio) im dritten Lebensmonat.
Hepatitis B: Bei einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus wird die Leber geschädigt, was im kindlichen Alter Leberversagen und eine chronische Leberinfektion nach sich ziehen kann. Allerdings wird die Krankheit am häufigsten durch Körperflüssigkeiten ausgetauscht, deshalb ist es sinnvoll abzuwägen, ob eine Impfung im Jugendalter geeigneter ist. Ihr Arzt wird sie eingehend beraten. Falls aber die Mutter mit Hepatitis B infiziert sein sollte, werden die Erreger bei der Geburt auf das Baby übertragen. Eine sofortige Impfung kann für das Neugeborene lebensrettend sein.
Masern, Mumps und Röteln: Ab dem ersten Lebensjahr empfiehlt die STIKO, gegen Masern, Mumps und Röteln zu impfen. Wenn in diesem Alter geimpft wird, muss die Impfung zwei Monate später aufgefrischt werden. In der Regel verkraften Kinder bis zu zehn Jahren eine Masernerkrankung gut, sofern keine anderen Risikofaktoren vorliegen. Deshalb sollten Eltern mit Ihrem Kinderarzt abklären, ob eine frühe Impfung im ersten Lebensjahr notwendig ist.
Kombinationspräparate meist besser verträglich
Wer sich für Impfungen entscheidet, sollte Kombinationspräparate wählen, bei denen mehrere Impfstoffe gleichzeitig enthalten sind. Denn Impfreaktionen werden meist durch Zusatzstoffe im Impfstoff, wie Konservierungsmittel, ausgelöst. Würde man gegen jede Krankheit einzeln impfen, hätte das Kind am Ende die siebenfache Dosis an diesen Zusatzstoffen. Es belastet den Körper nicht zusätzlich, wenn er gegen mehrere Erreger gleichzeitig geimpft wird. Über den genauen Zeitpunkt der Impfungen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
Kurzfristige Nebenwirkungen von Impfungen
Nach den meisten Schutzimpfungen tritt nach den ersten 48 Stunden leichtes Fieber auf. Manchmal kann sich diese Reaktion auch eine bis zwei Wochen hinauszögern, wie bei der MMR-Impfung. Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf den Impfstoff, weil er Abwehrkörper bildet. Falls das Fieber stark ansteigt oder länger als ein bis zwei Tag anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Ein anderes Zeichen, dass der Körper in Abwehrbereitschaft ist, sind leichte Schmerzen und Schwellungen rund um die Einstichstelle. Falls der gerötete Bereich größer als ein Zwei-Euro-Stück ist, oder das Kind zum Beispiel den Arm nicht mehr bewegen kann, sollten Sie ebenfalls zum Arzt gehen. Manchmal bleibt an der Einstichstelle ein kleiner Knoten, der erst nach ein oder zwei Monaten verschwindet. Er sollte jedoch nicht rot oder schmerzempfindlich sein. Bei Masern- und die Windpockenimpfung können gelegentlich zu leichte Symptome der jeweiligen Krankheit auftreten. Allergische Hautreaktionen nach Impfung sind extrem selten, ebenso wie allergische Sofortreaktionen (allergischer Schock) innerhalb der ersten halben Stunde nach der Impfung. Mögliche Symptome sind ein fleckiger, roter Hautausschlag, Kurzatmigkeit, pfeifende Atmung, Atemnot, Blässe, Schwindel oder beschleunigter Herzschlag und Luftnot. Wenn Sie später als 30 Minuten nach Impfung eines der genannten Symptome bemerken, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf. Falls es in Ihrer Familie schon einmal den Fall gegeben hat, dass jemand allergisch auf eine Impfung reagiert hat, erwähnen Sie dies unbedingt beim Impftermin.
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