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Foto: DAK Wigger

Leben mit einer schleichenden Krankheit…

Es war ein schwerer Schlag für alle Fans, dass der beliebte Schauspieler Ottfried Fischer, bekannt aus "Der Bulle von Tölz", an Parkinson erkrankt ist. Neben Alzheimer ist Morbus Parkinson die häufigste degenerative Erkrankung des Nervensystems. Bei der Krankheit sind vor allem die willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungsabläufe gestört.

In Deutschland leiden mehr als eine viertel Million Menschen an Parkinson, wobei vorwiegend ältere Menschen betroffen sind. Charakteristisch für Parkinson ist der Mangel an Dopamin, einem so genannten Botenstoff oder Neurotransmitter. Er übermittelt Befehle des Nervensystems an die Muskulatur. Zu den klassischen Symptomen zählen Zittern, Muskelsteifheit, Bewegungsarmut sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen.

Parkinson entwickelt sich schleichend, über Jahre hinweg. Je früher Parkinson erkannt wird, desto besser kann den Patienten geholfen und die Symptome gelindert werden, so dass sie länger am normalen Leben teilhaben können.

Symptome

  • Verlangsamung, Verarmung der Bewegungen, Bewegungsunfähigkeit (Brady-, Hypo- und Akinese)
  • Zittern
  • Muskelsteifheit
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Schluckstörungen
  • Sprechstörungen
  • Vegetative und sensorische Symptome
  • Neuropsychiatrische Symptome
  • Schlafstörungen
  • Begleiterscheinungen (Impulskontrollstörungen)
  • Urologische Störungen

Im Laufe der Erkrankung können bei Parkinson-Patienten neben den schon erwähnten Hauptsymptomen noch weitere Krankheitssymptome auftreten. Sie werden wie folgt eingeteilt:

Bewegungssymptome

  • Brady-, Hypo- und Akinese
  • Ruhezittern
  • Muskelsteifheit
  • Störung der Gleichgewichtsreflexe
  • Weitere Bewegungsstörungen

Nicht bewegungsabhängige Symptome

  • Vegetative Symptome
  • Empfindungsstörungen
  • Neuropsychiatrische Symptome

Das befürchtete Endstadium der Krankheit tritt Dank der heutigen Therapiemöglichkeiten nur ganz extrem selten auf. Dieses ist durch maximale Steifheit, totale Unbeweglichkeit und Schluckstörungen gekennzeichnet und führt im Allgemeinen durch Lungenentzündung zum Tode.

Die Behandlung der Parkinson-Krankheit hat also in den letzten 35 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Parkinson führt nicht mehr zum Tode, die Lebenserwartung ist nicht verkürzt und die Lebensqualität der Patienten kann mit der modernen Kombinationstherapie lebenslang erhalten werden. Die medikamentösen Therapiemöglichkeiten werden Jahr für Jahr besser. Die Forschung arbeitet intensiv daran, dass die fortschreitende und heute noch unheilbare Krankheit gestoppt und sogar geheilt werden kann.

Wie bei der Alzheimer-Erkrankung weisen Mediziner auf drei Säulen hin, die jeder Einzelne berücksichtigen kann, um Parkinson vorzubeugen: gesunde Ernährung, reichlich Bewegung und geistige Aktivität. Da der weltweit erste Impfstoff gegen die neurodegenerative Demenz-Erkrankung Morbus Alzheimer für das Jahr 2014 erwartet wird, bleibt nur zu hoffen, dass auch zur Vorbeugung der Parkinson’schen Krankheit irgendwann einmal ein Impfstoff auf den Markt kommt.

Wie wird diese Erkrankung behandelt?

Bei Parkinson ist eine sehr individuelle Behandlungsstrategie notwendig, auch weil die Krankheit verschiedene Symptome zeigt und in unterschiedlichem Tempo fortschreitet. Die Behandlungsstrategie wird ebenfalls vom Alter des Patienten beeinflusst. Neben der medikamentösen Therapie können auch Hirnschrittmacher helfen. Günstig wirken sich zudem begleitende therapeutische Maßnahmen aus. So trägt Krankengymnastik dazu bei, dass sie beweglicher bleiben und die Muskelsteifheit abnimmt. Während die Patienten bei der Ergotherapie das Koordinationsvermögen und Bewegungsabläufe im täglichen Leben trainieren, üben sie in der Sprachtherapie hauptsächlich die Aussprache, zum Beispiel durch Atemübungen. Eine Psychotherapie kann Patienten unterstützen, die an depressiven Verstimmungen oder Depressionen leiden.

Sind Stammzellen die Lösung?

Geschädigte oder zerstörte Organe und Körpergewebe einfach wieder regenerieren zu können, ist der Wunschtraum vieler Mediziner. Mit der Entdeckung so genannter adulter Stammzellen im Körper von Erwachsenen ist die Forschung diesem Traum ein gutes Stück näher gerückt. Stammzellen sind unspezialisierte, quasi jungfräuliche Zellen, deren Schicksal noch nicht endgültig festgelegt ist. Aus ihnen können also alle möglichen Körpergewebe hergestellt werden, zum Beispiel eine Muskelzelle, eine Gehirnzelle oder eine Zelle, die Insulin produziert.

Patienten mit schweren Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes oder Rückenmarkverletzungen setzen daher große Erwartungen in die neue Technologie. Die Vorgehensweise hört sich auch denkbar einfach an: Aus dem Knochenmark des Patienten selbst entnimmt man seine adulten Stammzellen, bereitet sie auf und injiziert sie ihm dann später wieder. Die Stammzellen sollen dann zu jenen Stellen im Körper wandern, an denen sie gebraucht werden.

Eine vollkommene Heilung kann zwar derzeit niemandem versprochen werden, doch weltweit wird diese Therapie schon bei Hunderten von Patienten angewendet. Und bei vielen von ihnen sind Erfolge erkennbar, das heißt, ihre Beschwerden oder Krankheitssymptome haben sich gebessert. Mit dem Institut für regenerative Medizin in Köln besteht seit Anfang 2007 nun auch in Deutschland eine Klinik für die Stammzell-Therapie.

Studie: Parkinson Vorbeugung durch Omega-3-Fettsäuren?

Vor kurzer Zeit konnten Wissenschaftler der Laval-Universität in Quebec zum ersten Mal nachweisen, dass Omega-3-Fettsäuren zumindest im Tiermodell einen Schutzeffekt gegenüber der Entstehung von Parkinson ausüben. Frederic Calon und weitere Mitarbeiter des Laval Forschungszentrums für molekulare und onkologische Endokrinologie verabreichten Mäusen eine Diät, die mit den Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) oder Linolensäure angereichert war, oder eine Kontrolldiät ohne diese Fettsäuren.

Nach zehn Monaten erhielten die Tiere ein Nervengift, das seit 20 Jahren in der Parkinsonforschung eingesetzt wird. Es zerstört gezielt Nervenzellen, die Dopamin produzieren. Dopamin ist ein Botenstoff, der für unsere Bewegungskontrolle und den Antrieb unabdingbar ist. Zwei Wochen nach der Zufuhr von MPTP waren bei den Kontrolltieren die Dopamin produzierenden Nervenzellen zu 31 Prozent zerstört. In einer weiteren Analyse zeigte sich, dass der Schutzeffekt wahrscheinlich von der speziellen Omega-3-Fettsäure DHA ausgegangen war. Quelle: DGK, Parkinson-Web

 


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