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Psychische Störungen im Alter - kein Grund zum Resignieren

Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg, Angst vorm Älterwerden, Furcht vor Krankheit und Isolation - diese und ähnliche Ängste plagen nach Angeben des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zumindest zeitweise ein Viertel der Menschen über 65 Jahren. Es müssen aber nicht nur Kriegserinnerungen sein, manchmal kann auch der Tod des Ehepartners oder ein vermeintlich harmloser Unfall ein altes Trauma wieder wecken.

Oft kommt hinzu, dass sie glauben, im dritten Lebensabschnitt nicht mehr viel wert zu sein, oder sie ängstigen sich über den Verlust ihrer Selbstständigkeit. Manchmal fehlt ihnen auch der nötige Optimismus, um das Rentnerdasein richtig genießen zu können. Gerontologen haben sogar nachgewiesen, dass sich eine negative Lebenseinstellung negativer auf die Lebenserwartung auswirken kann, als beispielsweise Bluthochdruck oder eine erhöhter Cholesterinspiegel.

Psychische Krankheiten sind bei älteren Menschen keine Seltenheit

Neben diesen Angststörungen, die in depressive Erkrankungen übergehen können, kommen auch demenzielle Krankheitsbilder hinzu, deren Anteil aber etwas geringer ist. Gründe für diese Störungen können vielfältig sein. Im Wesentlichen lassen sich zwei Faktoren heraus kristallisieren. Zum einen steigt mit erhöhtem Lebensalter das Krankheitsrisiko und die Krankheitsdauer verlängert sich in der Regel. Außerdem können Krankheiten und auch die Nebenwirkungen von Medikamenten psychische Störungen nach sich ziehen. Zum anderen mehren sich im Alter Verlustsituationen, zum Beispiel wenn Bezugspersonen sterben. Auch der Verlust über die körperliche Vitalität macht vielen Menschen zu schaffen. Häufig treten psychische Symptome bei alten Menschen erstmalig nach Krankenhauseinweisungen auf. Diese können sich zum Beispiel in Form einer akuten Verwirrtheit zeigen, die manchmal nur aus einer verminderten Anpassungsfähigkeit an Veränderungen resultiert. Außerdem wirkt sich der Übergang in den Ruhestand bei manchen Menschen drastisch aus. Diese damit verbundene soziale Veränderung, kann bis zur Isolation führen und zu psychischen Störungen führen. Die soziale Isolation kann auch auf eine schlechte Infrastruktur zurückgeführt werden, die die Mobilität einschränkt, so dass Kontakte und Freizeitgelegenheiten seltener genutzt werden können. Manche Ruheständler können ihre „neue Freiheit“ auch deshalb nicht richtig genießen, weil jetzt der finanzielle Rahmen dazu fehlt.

Klinikaufenthalte nach Maß

Individuelle, also auf die Patienten zugeschnittene, Behandlungskonzepte werden in gerontopsychiatrische Abteilungen von Fachkliniken angeboten. Eine ausführliche Diagnose bildet die Grundlage für eine gezielte Behandlung von Ängsten, Depressionen, Demenzerkrankungen und weitere Hirnleistungsschwächen sowie neurologische Erkrankungen, wie Morbus Parkinson oder Halbseitenlähmung nach Schlaganfall. Das Behandlungsziel: Durch eine intensive Behandlung soll eine selbstständige Lebensführung wieder erlangt werden. Das Behandlungskonzept ist meist mehrdimensional angelegt, da psychische Störungen im höheren Alter oftmals komplex sind und zusätzlich mit körperlichen Erkrankungen einhergehen. Zum mehrdimensionalen Konzept gehört auf der einen Seite die medikamentöse Behandlung, um beispielsweise Durchblutungsstörungen oder Bewegungsstörungen zu behandeln. Ergänzt wird diese medikamentöse Therapie je nach Krankheitsbild durch Psychotherapie, um mehr Selbstständigkeit oder Strategien gegen soziale Isolation zu entwickeln, wie auch durch Physio- und Ergotherapie sowie Sprach-, Musik- oder Maltherapie.

Kein Grund für Skepsis

Besonders ältere Menschen haben Vorbehalte oder Schamgefühle gegenüber einer Psychotherapie. („Da kann ich ja gleich in die Irrenanstalt gehen!“). Auch Angehörige sind manchmal rat- und hilflos angesichts „eigenwilliger“ Verhaltensweisen. Jedoch darf man nicht vergessen, dass Psychotherapie auch viele Chancen birgt, sie trägt zum Beispiel zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität bei und kann älteren Menschen dabei helfen, mit ihren Ängsten umzugehen und sie neu motivieren.

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